1.4 Design versus Function
Eine Studie der Stanford Universität hat gezeigt, dass 80% der Testpersonen beim Aufrufen einer Seite zuerst auf den Text achten, bevor sie das Webdesign beachten. Daraus folgerte man, dass die textliche Darstellung wichtiger sei als die bildliche Darstellung. Der Benutzer will schnell und unkompliziert zu der gesuchten Information gelangen.
An diese Anforderung sollte jeder Webdesigner stets denken. Der Inhalt ist der Mittelpunkt und die Zielgruppe hat eine bestimmte Aufgabe, ein zu bewältigendes Ziel.
Basierend auf Testmethoden argumentieren Usability Experten mit sehr plausiblen Argumenten und rücken somit das Design in ein neues Licht. Der ingenieurwissenschaftliche Hintergrund des Usability Engineering macht somit vieles zunichte, was das Design mühsam etabliert hat.
Nielsen führt zwei verschiedene Entwurfsansätze für das Webdesign an: ein künstlerisches Ideal und das Ideal des Ingenieurs, der danach strebt Probleme der Kunden zu eliminieren. Usability befindet sich auf der Seite des Ingenieurs. In diesem Kontext ist das Design lediglich dazu da, den Besuchern den Zugang zu der Information zu gewährleisten.
Gebrauchstaugliche Funktionalität wird vor das Design und vor die Ästhetik gestellt und somit als Mittel zum Zweck degradiert. Doch auch hier heißt es wie so oft: “It depends!”.
Denn die Ausnahme scheinen besonders junge Zielgruppen zu sein, die das Medium als kurzweilige Freizeitgestaltung ansehen und somit optische Spielerei und coole Gimmicks bevorzugen. Dies macht nochmals deutlich, wie wichtig eine zielgruppenspezifische Aufbereitung des Internetauftritts ist.
Als Beispiel seien hier die Webseiten von Coca-Cola genannt, die gegen etliche Usabilityregeln verstoßen. Aufgrund der jugendlichen Zielgruppe scheinen diese Seiten aber dennoch passend.
![Abbildung 3: Coca Cola Homepage [AM 3]](http://www.usability-diplomarbeit.de/wp-content/uploads/2006/11/abb3.jpg)
Abbildung 3: Coca Cola Homepage [AM 3]