7.4.2.5 Eye Tracking
Mit Hilfe von Blickverlaufsaufzeichnungen kann der Verlauf der visuellen Wahrnehmung des Menschen gemessen werden. Blickbewegungen des Auges setzen sich im Wesentlichen aus Fixationen, dem kurzzeitigen Verweilen des Blickes auf einem Punkt, sowie aus Saccaden, den extrem schnellen Sprüngen zwischen den Fixationen zusammen.
Es kann davon ausgegangen werden, dass Informationen hauptsächlich bei ruhendem Blick aufgenommen werden, weshalb auch diese Fixationen bei Werbemitteltests die entscheidende Meßgröße sind.
In der Werbewirkungsforschung werden zwei unterschiedliche Verfahren eingesetzt. Durch apparative Messung physiologischer Vorgänge im Auge werden relativ genaue Blickverläufe aufgezeichnet. Am Kopf angebrachte Messinstrumente beleuchten das Auge mit unsichtbarem Infrarotlicht und somit wird der Blickverlauf durch Reflexion berechnet. Die zweite Möglichkeit besteht in einer berührungslosen Aufzeichnung, bei der eine infrarotempfindliche Kamera auf dem Monitor das Auge des Probanten erfasst.
Eye-Tracking benötigt eine teure Ausrüstung, weshalb auch empfohlen wird, auf vorhandene Labors zurückzugreifen. Generell sollte diese Methode nur benutzt werden, wenn besonders wichtig ist, wo eine Person während eines Tests hinschaut. Allerdings können die gewonnenen Erkenntnisse kostengünstiger mit anderen Methoden ermittelt werden.
Die bekannteste Studie dieser Art führte das amerikanische Poynter Institut durch, bei dem die Art und Weise des Lesens im Internet festgestellt worden ist. Somit wurde die Tatsache, dass die Benutzer des Webs die Texte scannen und nicht lesen, bewiesen. Nielsen griff diese Ergebnisse auf und führte eigene Usability Studien durch, die zum gleichen Ergebnis kamen.