Usability Diplomarbeit

Usability im www. Redesign eines Webauftritts mit Hilfe von Usability Testing

0.1 Problemstellung

Erstellt von admin_usability am Sonntag 3. September 2006

Welchen Stellenwert das World Wide Web mittlerweile in Deutschland hat, zeigen eindrucksvoll derzeitige Berichte über die Webseiten des Bundeskanzlers und seiner Herausforderer. In der virtuellen Welt hätte der Bundeskanzler die Nase vorn, so die Ergebnisse einiger Tests mit den Webseiten kurz vor der Bundestagswahl 2002.
Keine Werbung kommt mehr ohne eine www-Adresse aus, sei es der Aufdruck der vor uns fahrenden LKW’s, die Litfasssäule am Bahnhof oder die Fernsehwerbung in der Formel 1 Pause (ganz zu schweigen von den schnellen Boliden selbst). Alle sind drin. Doch das reicht heute nicht mehr. Immer mehr Anbieter tummeln sich im Netz und zudem werden die Besucher immer anspruchsvoller.
Glücklicherweise werden auch die Wahlen nicht im Netz entschieden. Denn beide Webseiten der Politiker zeigen schwerwiegende Mängel bezüglich der Bediener-freundlichkeit und missachten etliche Standards, die für einen Auftritt im Web gelten sollten.
Was den Politikern die Stimmen kosten könnte, das bedeutet für Unternehmen Um-satzeinbußen in Milliardenhöhe. Neben wichtigen Punkten wie Sicherheit und Preis-gestaltung könnte somit die Bedienerfreundlichkeit ein Schlüsselaspekt einer erfolg-reichen Website sein. So wird z.B. durch Abwanderung der Besucher zur Konkurrenz oder durch nicht abgeschlossener Transaktionen aus dem hoch gepriesenem e-Commerce eine regelrechte “Nullnummer”.
Warum also auf Seiten verweilen, die verwirrend aufgebaut, zu langsam sind und nicht auf die Wünsche der Besucher abgestimmt wurden? Die Konkurrenz ist schließlich nur einen Mausklick entfernt.
Was einen guten, leicht zu bedienenden Webauftritt ausmacht, ist eine Frage, die sich nicht einfach beantworten lässt. Denn was auf der einen Webseite gut funktio-niert, muss nicht zwingend auf einer anderen Seite auch gut klappen. Einer der wich-tigsten Gründe liegt bei den Benutzern. Nur in den seltensten Fällen sind die Seiten für die angestrebte Zielgruppe optimiert. Denn nicht der Designer, sondern die Be-nutzergruppe muss letztendlich mit den Seiten zurechtkommen. Somit wird der Be-nutzer in ein völlig neues Licht gerückt. Dies bedeutet, dass die Schnittstelle zwischen dem Menschen (als Website-Besucher) und der Maschine (als Website selbst) so gut wie möglich auf einander abgestimmt sein sollte. Somit ist Usability nur bedingt ein technisches Thema, es ist vielmehr ein soziopsy-chologisches Problem in der Wahrnehmung und Benutzung interaktiver Medien.