8 Business Case: Redesign mit Hilfe eines Usability Tests
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Mit Hilfe von Usability-Tests soll ein Redesign eines bestehenden Webauftritts vollzogen werden.
Zunächst sollen die drei typischen Phasen eines Tests beschrieben werden und anschließend im Kapitel 8.3 die Umsetzung des Redesigns erfolgen. Zur besseren Übersicht soll hier wieder nach den drei Website Dimensionen Page-Design, Content-Design und Site-Design vorgegangen werden, auch wenn dies nicht der tatsächlichen chronologischen Abfolge der Änderungen entsprechen sollte. Auch fällt hier bei einigen Punkten eine eindeutige Einteilung in eine der drei Dimensionen nicht leicht oder ist übergreifend anzusehen.
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In Kapitel 7.3. wurde der comprehensive Testing Plan von Pearrow vorgestellt. Anhand dieses Phasenplans soll nun vorgegangen und das Projekt dokumentiert werden.
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Schritt 1: Einleitung
Die Firma W.A.F. Wirtschaftsakademie Feldafing ist ein Seminaranbieter für Betriebsräte-Fortbildungen. Die zu testende Website wird unter der Domain Betriebsrat.com betrieben. Der Webauftritt ist seit 1998 bis auf einige Erweiterungen und aktuelle Nachrichten ohne größere Änderungen online. Das Layout und die Struktur wurde seitdem nicht mehr verändert. Das Look-and-Feel der Site wird von den Verantwortlichen als nicht mehr zeitgemäß eingestuft.
In der Zeit seit dem Start dieser Webpräsenz konnte man den Bekanntheitsgrad und den Traffic stetig erhöhen. Im Schnitt können ca. 1.000 Html-Zugriffe pro Tag protokolliert werden, 500 Emails und Adresserfassungen werden pro Woche entgegengenommen. Seit Juli 2000 konnten mit allen Domains knapp 4,8 Mio. Seitenabrufe protokolliert werden. Die Anhänge 2 und 3 aus den Webstatistiken zeigen dies.
Zusammenfassend können vier Ziele der Webpräsenz ausgemacht werden. Die Adressgewinnung von Interessenvertretungen soll wichtigstes Ziel bleiben. Durch hochwertigen Content als echter Mehrwert für die Besucher sollen diese animiert werden, die Adresse ihrer Firma einzugeben und zu übermitteln. Somit soll die erhaltene Anschrift für One-to-One Marketing genutzt werden.
Zweites Ziel stellt die Bereitstellung von Sofort-Informationen dar, während der Download von Informationsmaterial und Softwareprogrammen das dritte Ziel darstellt. Viertes Ziel ist letztendlich die Webseite als Verkaufskanal von Fortbildungsseminaren zu nutzen.
Die Strategie und die Ziele änderten sich im letzten Jahr. Bisher wurden alle angestrebten Ziele auf dieser einen Webpräsenz angestrebt. Durch die Themenvielfalt wurden einzelne Elemente auf andere Domains ausgegliedert. Dies sollte auf Besucherseite die Übersicht fördern, auf Anbieterseite den Wartungsaufwand vermindern.
Somit soll der Webauftritt betriebsrat.com in Zukunft als Sprungbrett zu den weiteren Domains gesehen werden. Durch die Homepage sollen die Inhalte zum Lesen anregen und den Traffic gezielt auf die nach Themen gegliederten Webpräsenzen leiten.
Da der Webauftritt seit vier Jahren ohne Änderung des Layouts existiert, soll mit einem Usability-Test der laufenden Veränderung und des technischen Fortschritts des Webs Rechnung getragen werden. Anhand der Testergebnisse soll ein Redesign durchgeführt werden. Natürlich soll die strategische Änderung in Richtung Portal für Betriebsräte berücksichtigt werden.
Schritt 2: Problem-Punkte
Nach Analyse der Ziele der Website wurden einige Problempunkte hinsichtlich der Usability festgestellt. Diese Problempunkte sollen im Folgenden beschrieben werden.
Dazu sollen kurz einige Fragen gestellt werden:
Die ersten vier Punkte erscheinen unproblematisch und sollen nicht weiter beschrieben werden. Darauf werden sich teilweise die Aufgaben im Test beziehen.
Erklärungsbedürftig sind die letzten zwei Punkte. Auf diese soll nun näher eingegangen werden.
Die Bedeutung der Homepage ist im laufenden Prozess der Ausgliederung der Inhalte auf andere Domains angestiegen. Somit soll diese Seite neu strukturiert werden.
Folgende Abbildungen zeigen die Homepage in verschiedenen Auflösungen.

Abbildung 42: Die Homepage von betriebsrat.com in der Auflösung 640×480 Pixel.[Stand 01.Juli 2002]
Wie zu erkennen ist, wurden damals die Seiten für eine Bildschirmbreite von 640 Pixel optimiert. Der Seitenaufbau wurde durch eine Tabelle mit einer festen Breite von 580 Pixel festgelegt. Die Länge der Seite beträgt mittlerweile über 3.000 Pixel, was bei dieser Auflösung über 6 Bildschirmgrößen entspricht. Durch die geringe Breite entstehen bei höheren Auflösungen somit hässliche weiße Ränder. Dies sollen die beiden nächsten Abbildungen zeigen. Zu prüfen ist, ob dem Nutzer dies auffällt und welche Optimierung für den heutigen Stand der Technik angebracht erscheint.

Abbildung 43: Die Homepage von betriebsrat.com in der Auflösung 800×600 Pixel.[Stand 01.Juli 2002]

Abbildung 44: Die Homepage von betriebsrat.com in der Auflösung 1024×768 Pixel.[Stand 01.Juli 2002]
Als weiteres großes Problem wird der Prozess der Adressgewinnung gesehen. Es ist stets schwierig, persönliche Daten des Kunden zu gewinnen, auch wenn es in diesem Fall nur um die Adresse des Arbeitgebers geht.
Es soll getestet werden, ob die Besucher mit dem Formular zurechtkommen und diese bereit sind die gewünschten Daten zu übermitteln. Folgende Abbildung zeigt den Prozess und die aktuellen Versionen der einzelnen Seiten.
Dem Nutzer soll hochwertiger Content bereit gestellt werden. Dies geschieht über Links von der Homepage (Nr.1 in unten stehender Abbildung). Bevor die User zum Inhalt gelangen, wird eine Abfrageseite geladen (Nr.2). Auf dieser Abfrageseite wird gefragt, ob die Firma des Users einen Betriebsrat hat oder nicht. Klickt der Besucher an, dass die Firma keine Interessenvertretung hat (Nr. 3), so wird er sofort auf die Inhaltsseite weitergeleitet (Nr.6) und nicht nach den Firmendaten gefragt. Für die laufenden Marketingaktionen werden die Daten dieser Benutzergruppe nicht benötigt. Klickt der Besucher dagegen an, dass ein Betriebsrat vorhanden ist, so wird der Besucher auf eine Formularseite weitergeleitet (Nr. 4).
Nach Eingabe der Adressdaten sollte der Besucher diese abschicken (Nr.5) und letztendlich auf die Inhaltsseite weitergeleitet werden (Nr.6).
Dem Besucher werden also bis zur Informationsvermittlung zwei Seiten zwischengeschaltet, die dieser wahrscheinlich nicht erwarten wird. Hierbei soll er keinesfalls lange Zeit aufgehalten werden. Dafür ist eine Optimierung dieses Prozesses, vor allem des Eingabeformulars, nötig.
Täglich werden die Adressdaten von einem Mitarbeiter per Email abgerufen, ausgedruckt und sortiert. Dabei fallen übermäßig viele Daten an, die nicht genutzt werden können. Das erste Problem besteht in der Unvollständigkeit der Daten und somit hohen Verarbeitungszeiten zur Vervollständigung. Durch nur drei Musseingabefelder soll der Besucher möglichst wenig einzugeben haben. Das zweite Problem besteht darin, dass häufig virtuelle Eingaben, die keinen Sinn ergeben, von den Nutzern eingegeben werden. Z.B. Namen von Prominenten, den bekannten Herrn Mustermann oder einfach beliebige Buchstabenkombinationen. Intern werden diese Daten “Nonsens-Daten” oder “Junks” genannt. Diese Zahl der “Nonsense-Daten” sollen verringert werden, um Zeitaufwand und Druckkosten einzusparen. Dies ist auf den ersten Blick von betriebswirtschaftlichem Interesse, auf den zweiten Blick trägt aber die Usability dazu bei, dass Daten vollständig und ehrlich eingegeben werden.
Das dritte Problem besteht darin, dass häufig wiederkehrende Stammnutzer immer wieder ihre Daten neu eingeben müssen, da sie während ihrer Session auf den Webseiten mehrmals auf das Registrierungsformular treffen. Es wird vermutet, dass dies die Geduld des Nutzers strapaziert. Aus Firmensicht stellen diese doppelten oder dreifachen Adressen wiederum unnötige Druckkosten und Zeitaufwand dar.

Abbildung 45: Der Prozess der Adresserfassung auf betriebsrat.com
Bei einer Lösung soll allerdings von einer Registrierung mit Log-In und Passwort abgesehen werden, da vermutet wird, dass in diesem Fall die Adressermittlungen stark zurückgehen würden. Außerdem würde dies einen hohen technischen Aufwand mit einer Datenbankstruktur bedeuten. Anhand Anhang 3.1 soll einen Vergleich der Adresserfassungen, der Nonsense-Daten sowie der doppelten Adresserfassungen möglich sein.
Während der Usability-Tests soll die Gebrauchstauglichkeit dieser Formulare getestet werden und die Einstellung der Nutzer gegenüber dieser Prozedur ermittelt werden.
Schritt 3: Zielgruppen Definition
Bei der Zielgruppe für dieses Internetprojekt handelt es sich um Mitglieder einer betrieblichen Interessenvertretung. Eigene Erhebungen im Unternehmen existieren nicht und wurden bisher als nicht finanzierbar angesehen.
Deshalb wurde zur Identifizierung auf groß angelegte empirischen Umfragen anderer Organisationen zurückgegriffen.
Repräsentative Umfragen gab es in den Jahren 1990 bis 2002 zur Identifizierung der Mitglieder dieser Mitarbeitervertretung. Im Vier-Jahresrythmus finden die Neuwahlen in den Betrieben statt. Durchgeführt wurde dies Studie von dem Büro für Sozialforschung Kassel, Initiator dieser Umfragen war die Hans-Böckler-Stiftung. Folgende Tabelle zeigt die festgestellte Altersverteilung.

Abbildung 46: Struktur der Betriebsräte nach Altersgruppen
in Metallbetrieben (n=1.270)< /STRONG>
Quelle: Rudolph, Wassermann (1998), “Trendreport Betriebsrätewahlen ‘98″
Für das Jahr 2002 liegen erste Zahlen nach der Wahlanalyse im Juni vor. Diese Zahlen können nur als Trend gewertet werden, dienen allerdings nicht als Hochrechnungen im Hinblick auf das Endergebnis der Wahlen im Jahr 2002. Grund ist die Novellierung des Betriebsverfassungsgesetzes 2001, in denen bspw. eine Geschlechterquotenregelung eingeführt worden ist.
Diesen Zahlen zu Folge ist der Anteil der unter 30jährigen im J-ahr 2002 leicht gefallen, dies folgt dem Trend aus obiger Abbildung. Die 31- bis 45- jährigen gehören mit über der Hälfte nach wie vor zur größten Altersgruppe. Der Anteil der über 59jährigen ist weiterhin verschwindend gering.
Der weibliche Anteil betrug in der Interessenvertretung im Jahr 1998 18,3 Prozent. Dieser niedrige Wert ist unter anderem auf den Frauenanteil in der Belegschaft von 21,1 % zurückzuführen. Im Jahr 2002 beträgt der Anteil in der Interessenvertretung rund 22,7 % und in der Belegschaft 21,1 %.
Daraus ergibt sich für dieses Webprojekt eine vorläufige Zielgruppe, die ein Alter von 31 bis 59 Jahre umfasst und ca. ein Viertel weiblich und drei Viertel männlich ist. Da davon ausgegangen werden kann, dass nur ein geringer Teil dieser Personengruppe Zugang zu elektronischen Medien hat, sollen noch aktuelle demografische Basisdaten mit in die Identifizierung einfließen. Hierzu werden die aktuellen Daten der 14. W3B-Umfrage herangezogen, die im April/Mai 2002 stattgefunden hat und an deren sich über 90.000 deutsche Nutzer beteiligten.
Diesen Ergebnisse zu Folge setzt sich die Netzgemeinde aus 64,9 % Männer und 35,1 % Frauen zusammen. D.h. der Anteil der Frauen steigt, vor allem in den jüngeren Nutzergruppen (z.B. 55,1% bei den unter 20jährigen).
Die Alterspyramide flacht sich somit weiterhin ab. Die einst stärkste Nutzergruppe der 20- bis 30jährigen repräsentiert nur noch ein fünftel der Gesamtnutzerschaft, mittlerweile dominiert die Altersklasse der 30-bis 40jährigen.
Folgende Abbildung zeigt die Altersverteilung.

Abbildung 47: Die Altersverteilung der Internet-Gesamtnutzer nach der 14.W3B-Umfrage (April/Mai)Quelle: Fittkau & Maaß (2002)
Was die Technikaffinität der Zielgruppe angeht, so wird davon ausgegangen, dass die Mitglieder eher unerfahren im Umgang mit dem Internet sind. Dies zeigt die Tatsache, dass nur ca. ein Drittel Angestellte sind und der Rest der Arbeiterschaft angehören. Statistiken bzgl. des Berufs- und der Bildung sind nicht erfasst worden.
Weiterhin soll diese Gesamtgruppe nicht in weitere Subgruppen unterteilt werden, obwohl sich bei genauer Sicht drei Gruppen ergeben würden: Neugewählte, Vorsitzende und Wiedergewählte. Da die jeweilige Prozentzahl aufgrund der unterschiedlichen Größen der Interessenvertretungen schwierig zu identifizieren wäre, soll darauf verzichtet werden.
Letztlich ergibt sich folgendes Bild des repräsentativen Nutzers:
Nun sollen die demografischen Daten des Samples aufgezeigt werden. Anhang 7 zeigt die Ergebnisse des Fragebogens nach dem Test.
Mit 10 Personen wurde der Test durchgeführt, wobei zwei Personen keinerlei Interneterfahrung aufzeigen konnten. Bei diesen zwei Personen wurden grundlegende Techniken wie z.B. Mausbedienung, Funktion der Scrollbalken, Links- und Rechtsklick erklärt und anschließend der Test durchgeführt. Aufgrund dessen sollen diese zwei Personen nicht im Ergebnisreport erwähnt werden, allerdings in die Auswertung der demografischen Daten zur Vergrößerung des Samples erscheinen.
Der Test wurde bei einem Fortbildungsseminar der Zielgruppe durchgeführt, so konnte auch ein Interesse an inhaltlichen Aspekten der Webseite sichergestellt werden. Dabei wurden Freiwillige aufgerufen, an dem Test teilzunehmen.
Fünf Frauen und fünf Männer meldeten sich und führten den Test durch (Fragebogen-Aufgabe 3.1.). Sechs Personen gehörten zur Gruppe der 31- bis 40jährigen, zwei zu den 41- bis 50jährigen und jeweils einer zu der darunter und darüber liegenden Gruppe. Somit soll weiterhin von der oben identifizierten Zielgruppe ausgegangen werden (F-A 3.2.).
Bei der Frage 3.5. sollten die Testpersonen sich aufgrund der Interneterfahrung selbst einschätzen. Die Hälfte hielt sich für absolute Neulinge, 40% als erfahrener Neuling und lediglich einer als routinierter Benutzer. Bei der Benutzungshäufigkeit gaben 40 % an, nur einige Male im Monat das Internet zu nutzen. Lediglich zwei Personen nutzen das Internet jeden Tag. Dagegen gaben 60 % an, schon länger als ein Jahr das Internet zu benutzen.
Somit sollen die obigen Annahmen der Zielgruppe als weitgehend bestätigt gelten.
Schritt 4: Die Methode
Aufgrund der relativ leichten Durchführbarkeit soll der Haupttest mit Hilfe der Thinking Aloud Methode vollzogen werden. Dabei schildern die Testpersonen laut ihre Eindrücke und Emotionen bei der Bearbeitung der Aufgabenstellung. Der Moderator beobachtet das Geschehen auf dem Monitor, fragt nach und achtet auf nonverbale Gesten der Personen. Dabei macht er sich schriftliche Notizen.
Die Aufgaben beziehen sich auf die vorher identifizierten, möglichen Probleme bei der Bedienung der Webseiten.
Zur Kontrolle sollen die Tests mit einer Videokamera festgehalten werden, um kritischen Stellen später nochmals anschauen zu können. Andere Zusatzhilfsmittel wie Mausaufzeichnung oder Eyetracking sollen nicht verwendet werden.
Nach Beendigung der einzelnen Tests sollen die Testpersonen Post-Questionnaires ausfüllen, um an tiefergehende und subjektive Erkenntnisse zu gelangen.
Die Tests sollen jeweils eine halbe bis eine dreiviertel Stunde dauern.
Schritt 5: Testumgebung und Ausrüstung
Die Tests finden innerhalb eines Seminars der Zielgruppe statt. Ein abgeschlossener Raum steht zur Verfügung, somit können weitgehend störende Geräusche und Unterbrechungen vermieden werden. Folgende Skizze zeigt den Versuchsaufbau:

Abbildung 48: Der räumliche VersuchsaufbauQuelle: eigene Darstellung
Eine Videokamera wird auf den Bildschirm gerichtet und zeichnet die Mausbewegungen und Aktivitäten auf dem Monitor auf. Der Versuchs-PC besteht aus einem aktuellen Pentium 4 mit dem OS Windows XP und dem Browser IE 6.0. Ins Internet wird sich mit einer ISDN-Leitung eingewählt.
Auf dem Tisch steht ein Blatthalter für das Aufgabenblatt zur Verfügung. Rechts neben der Testperson sitzt der Moderator.
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Schritt 6: Das Team
Die Testcrew besteht lediglich aus dem Moderator. Dieser Moderator hat alle Vorbereitungen wie Terminabsprachen, Raumwahl etc. getroffen. Außerdem wurden von ihm die Aufgabenstellungen ausgearbeitet und er hat sich selbst mit der zu testenden Seite ausführlich auseinandergesetzt.
Die Bedienung der Videokamera erfolgt ebenfalls durch diese Person.
Zu seinen Aufgaben bestehen auch die Auswertungen und Empfehlungen.
Schritt 7: Definition der Messung
Es sollen vier Aufgaben gestellt werden. Dabei werden Notizen zum Lösungsweg gemacht und wie die Testpersonen sich auf den Seiten bewegen. Es soll festgehalten werden, ob Elemente auf den Seiten vermisst oder vollkommen ignoriert werden. Ebenfalls interessieren die Einstelllungen der Nutzer bezüglich der subjektiven Meinung. Zusätzlich werden die Testpersonen gebeten, nach dem Test einen Fragebogen auszufüllen.
Vorrangig soll festgestellt werden, ob und wie die Aufgaben gelöst werden und an welchen Stellen Bedienungsprobleme auftreten. Allerdings soll hier von dichotomen Bewertungen wie z.B. bestanden oder nicht bestanden abgesehen werden, da hier vielfältige Möglichkeiten bestehen werden. Auch wird nicht die Anzahl der Klicks bewertet oder eine Zeiterfassung gestartet. Es wird einen Zeitrahmen geben, allerdings nicht für die einzelnen Aufgaben. Dem Moderator soll es freistehen, Aufgaben aus Zeitgründen abzubrechen und zur nächsten überzugehen.
Zusammenfassend sollen möglichst viele Usability-Probleme erkannt werden.
Schritt 8: Aufgabenliste
In der folgenden Aufgabenliste sollen die einzelnen Aufgaben im Wortlaut sowie mit einer näheren Beschreibung wieder gegeben werden. Dabei sollen sich die Aufgaben auf die Problemstatements aus Schritt 2 beziehen und zu einer Lösung führen.
Nach dem Zitieren der Aufgabenstellung – dies soll abgegrenzt in einem schwarzumrandeten Kasten geschehen – folgt eine Einordnung in die drei Websitedimensionen Page-Design, Content-Design und Site-Design. Anschließend soll der Belang und der Zweck dieser Aufgaben aufgezeigt werden.
Szenario:Sie sind Betriebsrat und möchten sich über Ihre Tätigkeit näher informieren. Deshalb beschließen Sie, die Webseite www.betriebsrat.com zu besuchen.
Aufgabe1: Sie laden diese Seite und verschaffen sich einen allgemeinen Überblick über die Homepage (also die erste Seite, die geladen wird), das Angebot und die Funktionen dieses Webauftritts. Achten Sie bitte besonders auf das äußere Erscheinungsbild, den Inhalt und die Navigationselemente. Was stört Sie bzw. gefällt Ihnen besonders?
Websitedimension: Page-, Content-, Site-Design
Belang: Wie empfinden die Benutzer auf den ersten Blick die Seiten?
Zweck der Aufgabe: Allgemeine Eindrücke und Kommentare zur Seite sammeln. Gute und schlechte Elemente ausfindig machen.
Aufgabe2:Da Sie stets auf dem neuesten Stand sein möchten, fallen Ihnen die aktuellen Nachrichten auf der Homepage auf und Sie stöbern somit ein bisschen.
Websitedimension: Content-Design
Belang: Wie empfinden die Benutzer die Seite bzgl. der Aufbereitung des Inhalts und der Aktualität?
Zweck der Aufgabe: Informationen zur Aufbereitung des Inhalts sowie der Aktualität.
Aufgabe3:Sie sind schon länger im Amt und interessieren sich für die Neufassung des Betriebsverfassungsgesetzes aus dem letzten Jahr. Deshalb suchen Sie eine Gegenüberstellung des alten und des neuen Gesetzestextes.
Websitedimension: Content-Design / Site-Design
Belang: Wie kommen die Benutzer mit der Adresserfassung zurecht? Sind diese willig, ihre persönlichen Daten preis zu geben? Werden textuelle Links oder grafische Links bevorzugt?
Zweck der Aufgabe: Verbesserung des Formulars “Adresserfassung / Adressgewinnung” und Einsicht in das Denken über die Angabe der persönlichen Daten
Diese Aufgabe soll hier durch ein Screenshot zum besseren Verständnis für den Leser (nicht für die Testperson!) erläutert werden.

Abbildung 49: Screenshot zur Erläuterung der Aufgabe 3.Quelle: http://www.betriebsrat.com
Auf der Homepage stehen insgesamt drei Möglichkeiten bereit, um diese Aufgabe zu lösen. Links in der Navigationsleiste steht ein Textlink mit dem Wortlaut “Super Download: Das neue Betriebsverfassungsgesetz” (Nr. 1 in nachfolgender Grafik). Darunter am unteren Ende der Navigationsleiste steht ein nüchterner Link “Gesetzesänderungen” (Nr. 2).
Rechts im oberen Drittel der Homepage im Bereich der aktuellen Nachrichten findet man einen kurzen Text mit einem gelb-roten Grafikbutton mit dem Wortlaut “Aktuell! Hier Gegenüberstellung altes und neues BetrVG” (Nr.3). All diese Links stoßen den in Schritt 2 beschriebenen Adresserfassungsprozess an.
Zunächst interessiert, ob eher Textlinks oder Grafiklinks angeklickt werden oder auffällig sind. Wichtiger ist aber, dass die Testpersonen mindestens einmal auf das Formular der Adresserfassung stoßen.
Aufgabe4:Sie kehren auf die Startseite von www.betriebsrat.com zurück und beschließen mit der W.A.F. in Kontakt zu treten. (z.B. Lob und Tadel über die Seite, Rechtsberatung einholen, einen Seminarleiter oder Referenten grüßen, nach einem Seminar nachfragen, Katalog anfordern…)Anschließend beenden Sie den Besuch der Seite und schließen das Browserfenster.
Websitedimension: Content-, Site-Design
Belang: Wie einfach fällt dem Benutzer die Kontaktaufnahme zum Unternehmen?
Zweck der Aufgabe: Die Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme ausschöpfen um zusätzliche Adressen zu gewinnen.
Diese vier Aufgaben wurden in ein typisches Benutzerszenario eingebettet. Der User kommt auf die Seite, führt seine Vorhaben durch bzw. stöbert ziellos und verlässt die Seiten.
Anhang 4 zeigt nochmals zusammengefasst dieses Szenario so, wie die Testpersonen es zu Gesicht bekommen.
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Während die Rahmenbedingungen in der Planungsphase beschrieben wurden und im nächsten Unterkapitel eine ausführliche Ergebnisreportage erfolgen soll, soll hier nur auf die während der Tests verwendeten Checklisten eingegangen werden.
Die Anhänge 5.1 und 5.2 zeigen die Checklisten zur Vorbereitung der Tests. 5.1 listet lediglich die benötigte Ausrüstung auf, die vor dem Beginn der Tests zu überprüfen ist. 5.2 gibt Anhaltspunkte, was zwischen den einzelnen Tests zu erledigen ist. So wurde z.B. nach jeder Session der Verlauf im Browser sowie die temporären Cache-Dateien gelöscht. Somit konnte vermieden werden, dass die Personen eventuell beeinflusst wurden durch schon einmal angeklickte Links.
Anhang 5.3 zeigt das Merkblatt, welches den Testpersonen vor den Tests vorgetragen wurde. Dabei wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die Seiten und nicht sie als Person getestet werden. Des weiteren folgten Instruktionen zum weiteren Ablauf der Tests.
Anhang 5.4 zeigt die Checkliste, die dem Moderator als Stütze während der Tests dienen sollte. Es finden sich Anweisungen zum Verhalten bzw. der Rolle des Moderators.
Der Beobachtungsbogen in Anhang 5.5 wurde für jede Person handschriftlich während der Tests ausgefüllt. Zu den einzelnen Aufgaben konnten somit schnell Auffälligkeiten, Bemerkungen oder sonstige Hinweise gemacht werden. Zur besseren Auswertung wurden diese Mitschriften nach den Tests in Reinschrift geschrieben.
Letztlich wurde den Testpersonen nach vollendetem Test ein Fragebogen ausgehändigt (Anhang 6). Dieser Fragebogen ist in drei Teile eingeteilt und enthielt Fragen zum Test selbst, zu den Webseiten und letztlich demografische Fragen. Dabei wurden die Antworten in eine Lickert-Skala mit Ausprägungen von 1 bis 6 gebracht.
Zunächst sollten Rückmeldungen darüber gegeben werden, ob der Test schwer oder leicht zu vollziehen war. Anhang 7 zeigt die Ergebnisse der einzelnen Fragen.
Die erste Frage zielte auf die subjektiv empfundene Schwierigkeit der Tests ab. 7 von 8 Personen empfanden die Tests als leicht bis sehr leicht.
Die Formulierungen der Aufgabenstellungen hielten alle Personen als vollkommen klar bis klar.
Der zweite Teil des Fragebogens bestand aus acht Fragen zu den zu testenden Webseiten. Dabei kannten sieben von acht Personen den Webauftritt nicht, was vom Moderator auch so erhofft worden ist. Die Besprechung der Ergebnisse der weiteren Aufgaben des zweiten Teils soll hier nicht erfolgen, da meist keine klaren Muster feststellbar sind. Somit konnten die Ergebnisse dieser Aufgaben nur bedingt benutzt werden.
Der dritte Teil bestand aus demografischen Fragen. Diese Daten wurden schon im Schritt 3 Zielgruppen Definition der Planungsphase erläutert.
Nach den Tests wurden die Ergebnisse ausgewertet. Diese sollen nun ausführlichst beschrieben werden.
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Schritt 9: Ergebnisse
Die Ergebnisse der Tests sollen in drei Teilen beschrieben werden.
Diese drei Teile sind:
Der nun folgende erste Teil zeigt detailliert die wichtigsten Ergebnisse der vier durchgeführten Aufgaben. Die erste Spalte soll eine kurze Beschreibung liefern, was mir am Verhalten der Testpersonen bzw. beim Benutzen der Seiten aufgefallen ist. In der zweiten Spalte stehen die Nummern der Testpersonen, bei denen dieses Verhalten aufgetreten ist. Die Übereinstimmungen ergaben sich durch Vergleich des Beobachtungsbogens (siehe Anhang 5.5), der für jede Testperson ausgefüllt wurde. Aufgenommen wurden Beobachtungen, die bei mindestens zwei Personen auftraten oder als Einzelmeldung als wichtig erscheinen. Zitate der Personen werden kursiv abgedruckt.
Bei diesen Ergebnissen der Aufgabe 1 fiel besonders auf, dass den Testpersonen die Optimierung auf 640×480 Pixel negativ bewusst wurde. Weiteres Problem lag darin, dass die Personen nicht merkten, wenn ein neues Fenster sich öffnete. Was die Navigation anging, so sagten mehrere aus, dass die linke Leiste zu lang wäre und keine Übersicht böte. Die Schnellübersicht am Fuß der Seite in Form zweier Dropdown Menüs wurde kaum beachtet und wenn, dann konnte aufgrund der Vielzahl der Auswahlmöglichkeiten der gewünschte Eintrag nicht gefunden.
Teil 1: Erkenntnisse der Aufgabe 1

Bei Aufgabe 2, die den Inhalt prüfen sollte, fiel auf, dass die Personen die Überschriften der einzelnen Nachrichten sehr gut fanden und durch einen aussagekräftigen und fett dargestellten Titel an Bedeutung gewinnen würden. Des Weiteren wurden die aktuellen Themen als wichtig empfunden, auch wenn nur einige merkten, dass es sich schon um veraltete Nachrichten handelten.
Teil1: Erkenntnisse der Aufgabe 2

In der Aufgabe 3 sollte primär die Adresserfassung geprüft werden. Lediglich zwei Personen füllten alle Angaben aus, den anderen war es nicht klar, wozu sie an dieser Stelle persönliche Eingaben machen sollten. Die Tatsache, dass einige Personen mehr als einmal auf diese Abfrage trafen, führte ebenfalls zur Abwertung. Somit wurde der Prozess der Adressabfrage als äußerst störend empfunden.
Um auf diese Abfragen zu kommen, gab es mehrere Möglichkeiten: zwei Textlinks und ein Grafiklink. Dabei wurde der Button aufgrund zu hoher Auffälligkeit durch die gelbe Farbe meist übersehen, so dass die Textlinks benutzt wurden (vgl. Abb. 49).
Teil 1: Erkenntnisse der Aufgabe 3

Bei der Aufgabe 4 sollten die Testpersonen mit den Betreibern der Website in Kontakt treten. Dabei konnte meist kein Kontaktlink gefunden werden. Die Personen erwarteten einen Link, der beschriftet ist mit Wir über uns, Impressum oder Kontakt.
Dies verärgerte die Besucher,so dass einige nach mehreren Minuten des Suchens kapitulierten.
Teil 1: Erkenntnisse der Aufgabe 4

Der nun folgende Teil 2 besteht aus Punkten, die mir bei der Vorbereitung auf die Tests selbst aufgefallen sind. Dabei sind diese Beobachtungen den drei bekannten Website-Dimensionen zugeordnet.
Die wichtigsten Übereinstimmungen gab es beim Pagelayout (Optimierung auf 640×480Px), dem Hervorheben der Überschriften und einer zu langen Navigationsleiste.
Teil 2:
gut:
schlecht:
2) Content-Design
gut:
schlecht:
3) Site-Design
gut:
schlecht:
Im Gegensatz zu den Teilen 1 und 3 geht Teil 2, also meine Analyse, eher auf webspezifische und technische Formalitäten ein, wie zum Beispiel die Aufbereitung (alt-Tags) der Grafiken oder der Gebrauch der Linkfarben. Dies sind meist solche Aspekte, die nur den wenigsten Personen in den Tests auffielen. Teil 3 dagegen geht genauer auf das Verhalten der Personen ein und wie diese bestimmte Elemente auf der Seite empunden.
Nach einem ähnlichem Schema wie der zweite Teil soll nun eine zusammengefasste Auswertung der Usability Tests erfolgen. Die Angaben aus Teil 1 (nach Aufgaben sortiert) wurde nun den drei Website-Dimensionen zugeordnet und mit der Anzahl der Nennung in Klammern ergänzt.
Teil 3:
1) Page-Design
gut:
schlecht:
2) Content-Design
gut:
schlecht:
3) Site-Design
gut:
schlecht:
Hinzuzufügen bleibt, dass einige Erkenntnisse hier doppelt erscheinen können: Es ist möglich, dass ein Element der Webseite bei einem Teil der Personen gut ankam, bei einem anderen eher negative Empfindungen auslöste. So fanden vier Probanden die Begrüßung auf der Homepage gut, drei Personen hielten diese für schlecht und unangebracht.
Um den Rahmen nicht zu sprengen sollen die Schritte “10 Diskussion” und “11 Empfohlene Änderungen” im nächsten Teil in die praktischen Umsetzungen integriert werden.Aus diesen drei Teilen resultierend soll nun eine kurze Beschreibung der wichtigsten Anforderungen an die neuen Seiten erfolgen:
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Im Folgenden sollen die wichtigsten Änderungen im Designprozess behandelt werden. Dies soll wiederum an Hand der drei Website-Dimensionen geschehen.
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Die Benutzeroberfläche des neuen Auftritts sollte sich an bekannte Konventionen orientieren. Aus diesem Grund wurde eine klassische Drei-Spalten Seitenaufteilung gewählt und durch eine aussagekräftige Kopf- und Fußleiste ergänzt.
Die Zielgruppe sollte sich somit besonders leicht auf den neuen Seiten zurechtfinden.
Die Kopfleiste besteht aus dem Logo des Unternehmens und einem Schriftzug, der aus der URL selbst besteht und der Unterschrift “Das Portal für den Betriebsrat”. Auch wenn die generische URL aussagekräftig ist, sollte mit dem kurzen Spruch eindeutig gezeigt werden, was hier zu erwarten ist.
Des weiteren findet man neben dem Logo Textlinks, die zu einer Sitemap (allerdings mit Inhaltsverzeichnis betitelt) und zum Impressum führen. Weiterhin findet man einen direkten Link zum Aufruf des Druckbildschirms. Da die Usability-Tests zeigten, dass die Zielgruppe großen Wert auf druckbare Seiten legt, wurde mit Hilfe von CSS eine druckerfreundliche Seite entworfen, bei der die Kopf- und Fußleisten sowie die linke und rechte Navigationsleiste nicht mit ausgedruckt wird.
Abgeschlossen wird die Kopfleiste mit einem roten dünnen Raumtrenner.
Abbildung 50: Die Kopfleiste des neuen Auftritts.
Die Fussleiste bildet den Abschluss jeder Seite und listet neben dem Copyright-Vermerk die wichtigsten Links zu den einzelnen Rubriken auf.
Abbildung 51: Die Fußleiste des neuen Auftritts
Folgende Abbildung zeigt eine Gesamtansicht einer beliebigen Seite des Neuentwurfs.
Abbildung 52: Gesamtansicht einer beliebigen Seite des Neuentwurfs
Die Realisierung der Seitenaufteilung fand mit Hilfe einer Tabellenkonstruktion statt. Es wurden drei unabhängig voneinander arbeitende Tabellen benutzt: eine für die Kopfleiste, die zweite Tabelle für den Inhalt mit den zwei Navigationsleisten und eine dritte für die Fußleiste. Dies hat den Vorteil, dass erst die Kopfleiste geladen und angezeigt wird, während die beiden unteren geladen werden.
Die alten Seiten wurden für eine Bildschirmauflösung von 640 mal 480 Pixel optimiert. Dies führte dazu, dass bei hohen Auflösungen links und rechts ein weißer Rand entstand, was tatsächlich auch 5 Testpersonen negativ auffiel.
Deshalb passen sich die neuen Seiten variabel der Fensterbreite an. Mindestbreite sind hier 800 Pixel, ohne dass ein horizontaler Scrollbalken entsteht. Ist das Fenster bzw. die Bildschirmauflösung höher als diese 800 Pixel, so wird die Spalte mit dem Inhalt breiter.
Folgende zwei Screenshots zeigen eine Seite in zwei verschiedenen Auflösungen. Deutlich erkennbar ist, dass sich in der größeren Auflösung der rote Raumtrenner in der Kopfleiste streckt und die Mittelspalte mit dem Inhalt in die Länge zieht. Somit wird der Platz maximal genutzt. Außerdem sieht der Besucher auch bei kleiner Auflösung die komplette linke Navigationsleiste.
Abbildung 53: Eine Seite in der Auflösung 800 mal 600 Pixel.
Abbildung 54: Eine Seite in der Auflösung 1024 mal 768 Pixel.
Das Page Design bestimmt das Look and Feel der Webseiten. Die neuen Seiten sollten einen freundlichen und vertrauenserweckenden Eindruck auf den Besucher machen. Dies beeinflusste die Farbgestaltung des Neuentwurfs.
Während rote Elemente auch schon im alten Auftritt vorhanden waren, bestimmen leichte Blautöne den Auftritt. Die Navigationsleisten sowie die Überschriften sind mit einem hellen Blau eingefärbt und sollen den Whitespace reduzieren und augenschonend empfunden werden.
Die rote Hintergrundfläche im Logo sollte Parallelen zu den Überschriften der linken und rechten Navigationsleisten erkennen lassen. Somit dominieren Rechtecke den gesamten Auftritt und sorgen gleichzeitig für eine klare Raumaufteilung.
Letztlich soll noch kurz auf die Typographie eingegangen werden. Die Schriftart Times Roman des alten Webauftritts fiel zwar bei den Tests nicht negativ auf, sollte aber dennoch durch eine moderne Bildschirmgerechte Schriftart, die Verdana ersetzt werden. Somit sollte das Lesen leichter fallen.
Die normale Größe der Schriftart beträgt 9 Punkte, Überschriften wurden mit 10, 12 und 14 Punkten definiert.
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Da die Adressgewinnung das Hauptziel des Webauftritts für den Auftraggeber ist, sollen die ersten Umsetzungen und Änderungen an diesen Seiten geschehen. Eine Änderung ist unabhängig vom Rest der Seiten möglich, da keine Navigationsleisten oder andere Elemente eingebunden werden.
Nachdem in Abbildung 51 der gesamte Prozess dargestellt wurde, soll nun auf die einzelnen Seiten eingegangen werden. Folgende Abbildungen zeigen den ersten Teil des Prozesses. Links ist die alte Seite zu sehen und rechts die neu gestaltete.
Abbildung 55 : Die alte (links) und die neue (rechts) Adresserfassung.
Im Usability Test wurde die Aufgabe 3 entworfen, um den Ablauf zu testen. Bis auf eine Person kamen alle Testpersonen mit dem Prozess in Kontakt. Dabei stieß ein Teil der Personen schon vor der eigentlichen Aufgabe 3 auf die Abfrage. Insgesamt wurde die Adresserfassung als äußerst negativ empfunden, was dazu führte, dass lediglich zwei Personen das Formular ausfüllten. Einige dachten, es wäre ein Linkfehler aufgetreten oder sie hätten auf einen falschen Link geklickt.
Größtes Manko der alten Seite bestand darin, dass dem Nutzer nicht klar war, wozu diese Abfrage nach einem Klick auf einen bestimmten Hyperlink erscheint. Die Hälfte der Testpersonen sagte aus, dass man Inhalt erwartete und nicht diese Abfrage. Das führte dazu, dass einige Personen den Zurück-Button des Browsers betätigte und wieder zurück zum Ursprungsort sprangen. Der andere Teil der Benutzer probierte aus, wie es weitergehen würde und beantwortete wahrheitsgemäß mit “Ja, wir haben einen Betriebsrat.”. Daraufhin wurden diese Personen zur Formulareingabe weitergeleitet.
Auf der neu gestalteten Seite sollte also ein Hinweis erfolgen, dass nach Beantwortung der gestellten Frage eine Weiterleitung zum Inhalt erfolgt. Somit wurde die erste Zeile “Es geht sofort weiter zum Download des Programms bzw. des gewünschten Inhalts” eingefügt um dem Besucher zu signalisieren, das der Inhalt folgt. (Nr.1 in der Abbildung oben).
Die nächste Seite mit dem eigentlichen Adresserfassungsformular zeigt folgende Abbildung. Links steht wieder das alte, rechts das überarbeitete Formular.
Abbildung 56: Das alte (links) und das neue (rechts) Adresserfassungsformular.
Auf die neue Seite wurde ebenfalls der Hinweis gesetzt, dass der gewünschte Inhalt nach dieser Seite folgt (Nr.2).
Weiteres Problem bestand darin, dass den Besuchern nicht klar war, wozu die übermittelten Daten verwendet werden. Somit wurde ein Hinweis eingefügt, dass die Daten nur für interne Zwecke zur Verbesserung des Webauftritts benötigt werden. Außerdem wurde ein Datenschutzhinweis erarbeitet, der über einen Link in einem neuen Fenster angezeigt werden kann (Nr.3). Ein Abdruck dieses Dokuments findet sich in Anhang 8.
Beide Seiten wurden somit auch formal komplett überarbeitet. Es wurde eine Bildschirmgerechte Schriftart gewählt und der Seitenaufbau zur besseren Übersicht neu strukturiert. Durch Optimierung des Quellcodes und der Grafiken schrumpfte die Dateigröße von 20,5 KB für die erste Seite bzw. 10,27 KB für das Formular auf 6,3 KB und 8,34 KB.
Die interaktiven Elemente wurden ebenfalls überarbeitet. Die Radiobuttons auf der ersten Seite wurden durch normale Links ausgetauscht (Nr.4). Auf der Formularseite wurden die Texteingabefelder neu angeordnet und die Mussfelder mit einem roten Stern gekennzeichnet (Nr.5). Solche Details fielen lediglich der Person auf, die sich im Fragebogen als routinierter Benutzer einschätzte. Da die Markierung der Mussfelder aber ebenfalls als Standard anzusehen ist, sollen auch solche Änderungen vorgenommen werden.
Des weiteren war auffällig, dass einige Testpersonen mehrmals auf das Formular trafen und somit zusätzlich verärgert wurden. Daraufhin wurde auf die erste Seite neben den Antwortmöglichkeiten Ja/Nein eine dritte Auswahl hinzugefügt, falls der Besucher schon einmal da war und erfasst wurde (Nr. 6).
Eine weitreichendere Änderung allerdings wurde mit Hilfe eines Cookie-System vorgenommen, was schon auf einer Tochterseite längere Zeit ausprobiert wurde. Der ersten Seite wurde eine Cookieabfrage vorangestellt. Falls der Besucher noch nicht das Webprojekt besucht hat, wird ein Cookie gesetzt und zur ersten Seite des Abfrageprozesses weitergeleitet. Kommt der Nutzer das zweite Mal auf die Cookieabfrage-Seite, so wird dieser sofort zum eigentlichen Inhalt weitergeleitet und wird somit nicht mehr mit der Adressabfrage konfrontiert. Zur Verwendung von diesen Cookies wurde in der Datenschutzbestimmung hingewiesen (siehe Anhang 8).
Nachdem diese neuen Seiten ins Netz gestellt wurden, soll erneut das Aufkommen der Emails protokolliert werden. Diese Daten finden sich im Anhang 3.2.
Die erste Emailauswertung über einen Zeitraum von 5 Tagen fand vor dem Redesign der Adresserfassung statt. Die Stichprobe umfasste ein Aufkommen von insgesamt 356 Emails. Dabei waren 196 vollständige Adressabfragen, was 54 % auswertbare Emails entspricht. 26 % entfielen auf Nonsens-Daten und 12 % wurden doppelt abgeschickt.
Nach dem Redesign wurde wiederum eine Emailerfassung durchgeführt mit eindeutig verbesserten Ergebnisse. 70 % der übermittelten Daten waren vollständig ausgefüllt, 19 % waren Nonsense-Daten und lediglich 7% wurden doppelt ausgefüllt.
Laut den Webserverlogfiles war das Trafficaufkommen in den Vergleichszeiträumen nicht besonders unterschiedlich, wenn man von einem stetig linearen Anstieg im Lauf der Zeit absieht.
Somit kann davon ausgegangen werden, dass die Adresserfassung bei den Besuchern positiver aufgenommen wird und diese mit den Formularen besser zurechtkommen. Weiter kann daraus geschlossen werden, dass die Besucher eher bereit sind, ihre Daten zu übermitteln als vor dem Redesign.
Der nächste Punkt soll die mediengerechte Aufbereitung des Contents aufgreifen. Die User hatten in den Tests keinerlei Probleme mit der Sprache, was darauf hinweist, dass die Texte leicht und verständlich geschrieben sind. Dennoch wurden nun einige Änderungen am Inhalt vorgenommen. Der Text wurde im allgemeinen gekürzt und vorhandene Marketing-Sprüche eliminiert. Die Headlines wurden meist beibehalten und durch kurze Zusammenfassungen des Textes ergänzt.
Ein spezielles Problem bestand darin, dass viele Seiten zu lang waren und es somit nötig war, weit vertikal zu scrollen. Folgende Abbildungen zeigt links eine alte Informationsseite mit grundlegenden Begriffserklärungen. Obwohl die Struktur der Texte durch Zwischenüberschriften gut zum Vorschein kam, verlor der Besucher die Übersicht oder sagte aus, dass die Texte zu langweilig gestaltet sind.
Der Inhalt dieser langen Seite wurde in fünf kurze Seiten gesplittet und zusätzlich eine Übersichtsseite mit dem Slogan “Crashkurs: Das wichtigste über den Betriebsrat” vorangestellt (rechter oberer Screenshot in der Abbildung). Von dieser Seite ist es möglich, direkt zu den einzelnen Themen zu springen oder linear von einem Teil zum nächsten zu hüpfen. Dies geschieht über einen Link am Ende jeder Seite mit beispielsweise folgendem Aussehen:
“Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Teil 1: Die Aufgaben des Betriebsrats”
Dies soll den Besucher animieren, weiter zu lesen und sofort zu wissen, was ihn auf der nächsten Seite erwartet.
Abbildung 57: Links die alte Seite, oben rechts die Übersichtsseite und darunter die lineare Abfolge der neuen aufgeteilten Seiten.
Der Besucher muss hier unter Umständen längere Ladezeiten in Kauf nehmen und öfters klicken, kann aber leichter auswählen, welcher Inhalt ihn am meisten interessiert und somit gezielt die einzelnen Seiten anwählen. Auch muss nur wenig vertikal gescrollt werden.
Der nächste Punkt soll die Bewerbung der Fortbildungsseminare behandeln.
Schon längere Zeit wurde die Datenbank mit allen Seminarthemen und -terminen auf eine andere Webseite ausgegliedert. Somit sollten auf betriebsrat.com nur Sprungstellen zu den tieferen Seiten des anderen Webauftritts und somit zu einzelnen Seminaren entstehen.
Dies soll auf zwei Arten realisiert werden: In der rechten Navigationsleiste finden sich drei Abschnitte, wobei einer die Unterteilung der Seminare für einzelne Gruppen innerhalb der Zielgruppe umfasst. Weiterhin wurde eine Rubrik “Seminare” in die linke Leiste integriert, die lediglich zu einer Übersichtsseite führt. Diese ist auf der nächsten Seite abgedruckt.
Auf dieser Seite kann auf zweierlei Weise ein und dasselbe Seminar erreicht werden. Einmal über die Wahl des Themengebietes, also z.B. EDV-Seminare und einmal über die Stelle im Betriebsrat, also z.B. Betriebsratsvorsitzender oder Neugewählter.
Dies trägt zwar dazu bei, dass einige Links oder Daten redundant sind, lässt dem Besucher aber genügend Spielraum zur Suche oder Stöbern in den Angeboten. Von einigen Testpersonen wurde bemängelt, dass es nicht möglich ist, den Inhalt nicht nach Themenzugehörigkeit zu durchsuchen.
Die letzte Aufgabe innerhalb des Tests behandelte die Kontaktmöglichkeit zum Unternehmen. Es war kein sichtbarer Link zu finden, was durchaus von der Geschäftsführung beabsichtigt war, um sich vor der Flut von Emails zu retten.
Dies verärgerte die Besucher und führte zu einem verminderten Vertrauen und geringerer Glaubwürdigkeit.
Durch neue gesetzliche Vorschriften, wie z.B. das Teledienstgesetz , ist es nun nötig einen sichtbaren Kontakt- bzw. Impressumslink auf jeder Seite anzubieten.
Somit wurde im Kopf ein Link zum Impressum und in der linken Leiste ein Kontakt-Link installiert. Um dennoch die Emails niedrig zu halten, wurde die Emailadresse als Grafik veröffentlicht und lässt sich nicht direkt anklicken. Weiter wurde im gleichen Atemzug ein Hinweis auf Interaktive Elemente wie das Schwarze Brett gesetzt, um sich eventuell Rat bei anderen Betriebsräten einzuholen, falls es sich um allgemeine Probleme handelt. (Also solche Probleme, die sich nicht auf die Fortbildungsseminare beziehen.)
Abbildung 58: Das Angebot der Seminare nach Themen und Gruppen untergliedert.
Die vorangegangenen Screenshots sollten die wichtigsten Änderungen im Content-Bereich aufzeigen.
Abgelegt unter Kap8 Business Case