Usability Diplomarbeit

Usability im www. Redesign eines Webauftritts mit Hilfe von Usability Testing

Archiv für die 'Kap2 Aspekte BWL' Kategorie

2 Betriebswirtschaftliche Aspekte

Erstellt von admin_usability am 5. Juli 2006

Erfolg zu haben heißt auch Gewinn zu machen. Durch die Vorteile dieses neuen Usability-Ansatzes können Gewinne steigen während die Entwicklungskosten minimal bleiben. Doch zuvor müssen die Verantwortlichen davon überzeugt werden, diesen finanziellen Aufwand einzugehen und davon, dass jede investierte Ressource einen profitablen Return wiedergeben wird. Folgender Abschnitt soll dies nach betriebswirtschaftlichen Aspekten erläutern.

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2.1 aktuelle Zahlen

Erstellt von admin_usability am 4. Juli 2006

Berichte über Usability Probleme und den damit verbundenen Umsatzeinbußen häufen sich:

  • Einer Studie aus dem Sommer 2000 zufolge, brechen 43% der Online Shopper ihren Einkaufsversuch ab. Dies bedeutet einen weltweiten Umsatzverlust von mehr als 14 Mrd. Dollar, der online verloren geht. Die meisten Gründe für einen Abbruch liegen in der schlechten Benutzbarkeit der E-Commerce Seiten. Gartner Group hat im gleichen Zeitraum festgestellt, dass die gesamten online-Umsätze 19,5 Mrd. Dollar betragen.
  • Einer anderen Studie von Zona Research zufolge gaben sogar 62 % von Online Shoppern im Verlaufe des Einkaufes auf, da die gewünschten Artikel schlecht und gar nicht gefunden werden konnten.
  • Forrester Research schätzte erhebliche Kosten aufgrund von schlechtem Webdesign: Die Hälfte von potentiellen Umsätzen geht verloren, da sich Einkäufer auf den Seiten nicht zurechtfinden. Dies führt dazu, dass 40% aller Besucher aufgrund von negativen Erfahrungen nicht mehr zurückkommen. Die sogenannten Repeat Visits würden erheblich zurückgehen und Kosten für neue Kunden somit steigen.

Um nun konkreter in die Ebene des einzelnen Unternehmens zu kommen folgendes Beispiel: Ein Designfehler in einem Anwendungsprogramm, welches in einer Firma benutzt wird, kostet bei jedem auftretendem Fehler 10 Sekunden Zeiteinbuße. Wenn dieser Fehler 25 mal pro Tag bei 50 Mitarbeitern auftritt, werden ca. 900 Stunden pro Jahr verschwendet. Der Usability-Experte Thomas Landauer von der Universität Colorado/USA fand zudem heraus, dass mindestens 40 solcher Fehler in jedem Softwareprogramm stecken. Dies würde für das obige Beispiel eine verschwendete Stundenzahl von 36.250 pro Jahr bedeuten.

Dies sind allerdings nur die Produktivitätseinbußen auf Benutzerseite. Um einen weitreichenderen Blick zu gewähren, soll eine Kosten-Nutzen Analyse weiteren Aufschluss geben.

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2.2 Kosten-Nutzen-Analyse

Erstellt von admin_usability am 3. Juli 2006

Das Ziel einer solchen Analyse ist es, den finanziellen Mehrwert zu bestimmen, der auf Usability Engineering zurückzuführen ist. Eine typische Kosten-Nutzen Analyse besteht aus drei Hauptkomponenten:

  1. Bestimmung des finanziellen Wertes von Aufwand und Nutzen
  2. Analysieren der Beziehung zwischen Aufwand und Nutzen mit Hilfe von Auswahltechniken
  3. Entscheidung über die Investitionshöhe

Deborah Mayhew zählt die geschätzten Kostenpunkte eines Usability-Projektes folgendermaßen auf, wobei sie von einem iterativen Entwicklungsprozess ausgeht:

  • einmalige Labor- und Ausrüstungskosten
  • Ermittlung von User Profilen mit Hilfe von Interviews
  • Task Analysis anhand von Interviews, Fragebögen und Studien
  • Entwicklung eines Style Guides um Standards festzuhalten
  • Testen und Umgestalten des Prototyps
  • Testen und Umgestalten des System User Interface.

Diese Punkte sind zur individuellen Anpassung nochmals in einzelne Unterpunkte unterteilt. Ein Beispiel-Szenario ergibt eine Kostenkalkulation von einmaligen 132.185 US-Dollar.

Während die Ermittlung der geschätzten Kosten relativ problemlos erscheint, ist der Nutzen etwas schwerer festzustellen. Dieser Nutzen kann in Zeiteinheiten ausgedrückt und anschließend in Geldeinheiten umgerechnet werden. Mayhew unterscheidet zwei Empfänger dieses Nutzenfaktors: eine interne Abteilung, die eine Entwicklungssoftware benutzt und ein Unternehmen, welches Software an den Endbenutzer verkauft.

Der Nutzen auf der Seite der internen Entwicklungsabteilung sieht folgendermaßen aus:

  • gesteigerte Benutzerproduktivität
  • sinkende Fehlerrate
  • sinkende Trainingskosten
  • sinkende Support- und Hotlinekosten
  • Einsparungen durch Änderungen im frühen Produktstadium.

Innerhalb von fünf Nutzungsjahren wird der Nutzen in dem angesprochenen Beispiel-Szenario auf 209.490 US-Dollar beziffert. Zugrunde gelegt wurde ein System, das von 250 Usern an 230 Tagen im Jahr benutzt wird. Der Nutzen überwiegt dem Aufwand somit um ca. 77.000 US-Dollar.

Der Nutzen auf der Seite des Verkaufsunternehmens sieht so aus:

  • gesteigerte Verkaufszahlen
  • geringerer Kundensupport
  • Einsparungen durch Änderungen im frühen Produktstadium
  • geringere Kosten des Trainings von Kunden

Hier beträgt der geschätzte Nutzen sogar US$ 592.635 innerhalb von fünf Jahren, wobei die Einsparungen durch geringere Trainingskosten den größten Vorteil ausmachen. Nutzenvorteile in Höhe von 460.450 US-Dollar stehen somit einem Aufwand von 132.185 US-Dollar gegenüber.

Allerdings bleibt anzumerken, dass diese Kostenpunkte nur Beispiele darstellen und gegebenenfalls an die Ziele der Organisation anzupassen sind. Des weiteren sollte oberstes Ziel der Usability-Maßnahmen die Verbesserung der Benutzerproduktivität sein, welches nicht direkt dem Verkaufsunternehmen nützlich erscheint. Dieses sollte eher interessiert sein, die Verkaufszahlen zu erhöhen und Kosteneinsparungen beim Kundensupport zu erreichen.

Tipp 2011: SEO und SEM werden immer wichtiger. Bei einer Neuauflage dieser Diplomarbeit sollte man diesen Aspekt auf jeden Fall auch mit einberechnen.

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2.3 Discount Usability Engineering

Erstellt von admin_usability am 2. Juli 2006

Doch besonders in kleinen Webprojekten steht nicht ein solch großes Budget wie oben erwähnt zur Verfügung. Sollte das Entwicklerteam auf Usability-Maßnahmen verzichten?

Mit dem neuartigen Ansatz Discount Usability Engineering versucht Jakob Nielsen das Verständnis und die Akzeptanz für den Einsatz von Usability Maßnahmen zu verstärken. Die hier verwendeten Methoden sollen kostengünstig und einfach durchführbar sein sowie wenig Zeit in Anspruch nehmen.

Dieser Ansatz basiert auf drei verschiedenen Techniken. Durch Anwendung von Szenarios soll die Komplexität der Funktionalität reduziert und besonderer Augenmerk auf das User Interface gelegt werden. In einer vereinfachten Form soll eine Thinking Aloud Methode (TAM) angewendet werden, wobei auf eine Videoaufnahme zu verzichten ist und drei bis fünf Testpersonen angehört werden. Das dritte Element besteht aus einer Heuristischen Evaluation, wobei vereinfachte Usability Guidelines benutzt werden.

Abbildung 4 zeigt einen Vergleich des Kosten-Nutzen-Verhältnisses von traditionellem Usability Testing (aus dem Beispiel von 2.2) und dem hier behandeltem Discount Usability Testing.

Grundsätzlich zeigt dieses Schaubild, dass der Nutzen um einiges höher ist als die Kosten, unabhängig davon wie viele Usability Tests durchgeführt wurden. Dies bestätigt zahlenmäßig das Praxisbeispiel aus 2.2.

Beispielsweise bedeutet ein Kosten-Nutzen Verhältnis von 50, dass bei Kosten in Höhe von 10.000 GE ein Nutzen von 500.000 GE erreicht wird. Das maximale Kosten-Nutzen Verhältnis wird beim Discount Usability Testing bei drei bis fünf Testpersonen erreicht.

Da das Niveau dieser Kurve deutlich höher ist als die des Deluxe User Testings kann tatsächlich, wie von Nielsen beabsichtigt, von einem großen Kosten-Nutzen Vorteils augegegangen werden. Somit ist dies eine kostengünstige Möglichkeit für kleinere Projekte, obwohl hier auf methodische Probleme nicht eingegangen wurde.

Abbildung 4: Vergleich des Kosten-Nutzen-Verhältnisses von Discount User Testing und Deluxe User Testing

Abbildung 4: Vergleich des Kosten-Nutzen-Verhältnisses von Discount User Testing und Deluxe User Testing.Quelle: Nielsen (1994), S. 252.

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2.4 Risiken

Erstellt von admin_usability am 1. Juli 2006

Um diese Diskussion nicht einseitig erscheinen zu lassen, ist es nötig die möglicherweise auftretenden Risiken anzusprechen. Dabei ist es schwer, Nachteile oder Risiken von den führenden Usability-Experten aufgezählt zu bekommen.

Zunächst einmal ist es wichtig, dass die gefundenen Testdaten bzw. die darauf beruhenden Empfehlungen befolgt und umgesetzt werden. Ansonsten würden Ressourcen verschwendet und das Konzept der Usability erscheint unnötig.

Zweitens sollte Usability nicht als Antwort auf die Probleme des Kerngeschäftes verstanden werden. Eine Ãœberschätzung als Allheilmittel kann ebenso gefährlich sein wie eine Vernachlässigung.

Letztendlich könnten Barrieren zwischen den Designern und den Entwicklern dazu führen, dass Usability nicht anerkannt wird und somit die Anstrengungen umsonst gemacht wurden.

Nielsen führt zusätzlich an, dass unglücklicherweise die Kosteneinsparungen nicht direkt nach dem Produktstart sichtbar sind, sondern sich erst im Laufe des Lebenszyklus zeigen. Dies rechtfertigt auf den ersten Blick nicht die Investitionen und könnte somit kommende Usability – Aktivitäten gefährden.

Mit diesem Kapitel wurde das Augenmerk auf einen entscheidenden Aspekt des Usability-Testing gelenkt: dem finanziellen Aufwand. Es wurde gezeigt, dass der Nutzen im Normalfall überwiegt und somit das Usability Engineering einen festen Platz in der Entwicklung von Software als auch beim Web-Engineering eingeräumt werden sollte.

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Web-Design Usability Kriterien

Erstellt von admin_usability am 29. Juni 2006

Was macht eine gebrauchstaugliche Webseite aus? Nach einem Blick auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Web-Design und GUI- bzw. Print-Design sollen in den darauffolgenden drei Kapiteln die wesentlichen formalen Bestandteile eines Webprojektes nach Usability Kriterien vorgestellt und diese Frage zumindest im gegebenen Rahmen beantwortet werden.

Eine Website ist ein Konstrukt, welches aus vielen verschiedenen Bildschirmoberflächen besteht und meist eine komplexe Struktur aufweist. Die Seiten sind unterschiedlich gestaltet, haben einen unterschiedlichen Inhalt und sind meist auf unterschiedliche Weise kombiniert und verbunden. Dadurch entstehen drei Website-Dimensionen: Page-Design, Content-Design und Site-Design.

Page-Design handelt von der sichtbaren Oberfläche, also dem klassischen Web- Design. Alles, was zum äußeren Gesamtbild gehört und somit noch vor dem Inhalt wahrgenommen wird, zählt hier hinzu.

Zum Content-Design gehört die Darbietung und Aufbereitung des Inhalts. Der Besucher kommt auf eine Webseite und hat ein Ziel vor Augen, meist das der Informationsgewinnung. Somit scheint der Inhalt am wichtigsten zu sein und das visuelle Design zur Darbietung dieser Informationen.

Das Site-Design befasst sich letztlich mit der Anordnung der Seiten und der internen Struktur. Dadurch wird die Website zu einem Gesamtbild geformt.

Diese drei Website-Dimensionen sollen nacheinander nach Usability-Kriterien untersucht werden und die Grundlage zur Beantwortung der oben genannten Frage darstellen. In der Zusammenfassung der jeweiligen Kapitel soll dann auf die besonderen Anforderungen hinsichtlich seiner Usability eingegangen werden.

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